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Wir sind wieder zuhaus

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Weg vom Fenster und ab in die Hall of Fame der EWVA: Y-Titty. Foto: Philipp Hympendahl/EWVA
Weg vom Fenster und ab in die Hall of Fame der EWVA: Y-Titty. Foto: Philipp Hympendahl/EWVA

Es war ein sonniger Tag im April, als wir uns entschieden, nicht mehr mit der ARD zusammenarbeiten zu wollen. Und irgendwie ging es auch ganz schnell. Eine E-Mail, ein zu erwartender Anruf und plötzlich war der Webvideopreis Deutschland wieder eine reine Netzshow. Wir waren wieder Zuhause. Ohne doppelten Fernsehboden, mitten in den letzten Vorbereitungen für die „Sendung“ am 4. Juni in unserer alten und neuen Heimat Düsseldorf.

Reboot

Die denkbar passendste Moderation: die Rocketbeans. Foto: Christof Wolff/EWVA
Die denkbar passendste Moderation: die Rocketbeans. Foto: Christof Wolff/EWVA

Was von den sechs Monaten Gesprächen mit den Öffentlich-Rechtlichen – zuletzt ging es um einen Platz im Hauptprogramm – im legendären Ersten – blieb: Ein Veranstaltungstag, eine Uhrzeit und ein Konzept, was plötzlich keinen Sinn mehr machte. Kaum hatten wir die Produktion zurück, folgte der nahezu größtmöglich anzunehmende Super-GAU eines jeden Show-Events: Moderator Christian Ulmen meldete sich drei Wochen vor der Gala krank. Und fast hätte dies dazu geführt, dass der Webvideopreis dieses Jahr nicht stattfinden wird. Aus und vorbei. Ein klassischer Fall für die Veranstaltungsausfall-Versicherung. Aber dann kamen die Rocketbeans. Und erstmalig wurde der Webvideopreis von Gesichtern der eigenen Branche vertreten. Viele sagen nun: Ein längst überfälliger Schritt. Das stimmt. Weil plötzlich der Rahmen dafür geschaffen war.

Rethink

TheKedosZone (li.) gratuliert Gaming-Gewinner HandOfBlood. Dieser nutzte den Moment für seine legendäre Grundsatzrede über die Branche. Foto: EWVA
TheKedosZone (li.) gratuliert Gaming-Gewinner HandOfBlood. Dieser nutzte den Moment für seine legendäre Grundsatzrede über die Branche. Foto: EWVA

Gibt es nun Beef zwischen dem TV und uns? Ganz und gar nicht. Ist die Zusammenarbeit zwischen Alt und Neu gescheitert? Sicherlich nicht. Wir haben nur festgestellt, dass die einzugehenden Kompromisse nicht dem Zeitgeist der Webvideo-Branche entsprechen würden. Zu viel ist 2015 in Webvideo-Deutschland passiert. Der Markt wächst weiterhin stark, die Luft am Künstlerhimmel wird rauher, der Einfluss externer Marktbeobachter wird stärker – und gleichzeitig bildet sich – vielleicht auch als Schutzwall – ein zunehmend gesundes selbstreflektierendes Bewusstsein heraus.

Reinvent

Und so fand dann ein Webvideopreis statt, der wieder zurück zu seinen Wurzeln fand. Mit vielen Wegbegleitern der ersten Stunde, mit einer Produktion, die deutlich mehr ihren eigenen Protagonisten eine Bühne bietet, ohne Quotendruck und ohne den Fetischismus, „live“ sei das einzige Wahre. Die Nische ist wieder unser Zuhause. Eine große Nische. Aber besteht unsere heutige Gesellschaft ohnehin nicht nur noch aus vielen großen Nischen? Was bedeutet schon Mainstream, wenn er niemanden mehr interessiert.

Auch ein Statement: Melissa von BreedingUnicorns (Gewinnerin Lifestyle) feuert aus ihrer pinken Kalaschnikow. Foto: EWVA
Ein Konfetti-Statement: BreedingUnicorns (Gewinnerin Lifestyle). Foto: EWVA

Indie-ologie

Ich hasse den Begriff „Indie“ – steht er doch als krasser Gegenentwurf zum Mainstream, zu kommerziellem Erfolg und zu Größe. Und doch: Ohne klassische Medienpartner und große Media-Kampagnen im Gepäck, fühlte es sich wieder an wie 2014. Oder 2013. Oder 2012. Oder überhaupt. Ein bisschen Indie. Ein bisschen wieder anders. Ein gutes Stück wieder mehr WVP er selbst. Und es macht wieder unglaublich Spaß. Uns, und wir hoffen auch den Zuschauern und unseren Kritikern. Wir warten übrigens sehnsüchtig auf neue Verschwörungstheorien zum Webvideopreis.

Indie-Samstag

3,1 Mio. 3,5 Mio. Video-Abrufe hat der Webvideopreis Deutschland 2016 bislang erreichen können. Nichtmal halb so viel wie ApoReds „Everyday saturday“. Dafür ohne rote Kreise und Photoshop. Ein bisschen Indie eben.

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1 Comment

  1. 17. Juni 2016 at 14:07 — Antworten

    Die Rocketbeans haben den #wvp16 echt super moderiert! Hat mir sehr gut gefallen. Gerne nächstes Jahr wieder 😉

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