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Was bringen schon YouTube-Abos?

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#YouTubeDeutschland hat ein Problem. Und damit meine ich nicht nur rote Kreise, einen Photoshop-Wahn und Clickbait überhaupt. Schauen wir uns einen x-beliebigen Medienbericht zu YouTube-Stars an, findet sich fast immer eine Zahl. Die Zahl der Abonnenten. Sie steht für die Bedeutung des YouTubers im Markt, die dadurch vermeintliche Relevanz und ist für Außenstehende quasi der Gradmesser des wirtschaftlichen Erfolges.

Nun kann man schwerlich diese Dinge ausblenden, aber sich berechtigterweise fragen: Was bringen diese YouTube-Abos heutzutage?

Um die Schlagkraft eines YouTubers einzuordnen, setzen wir die Zahlen einfach in eine Relation, sprich: Wie stark ist die Konversion der Abos in tatsächliche Abrufe. Ausgenommen die Abrufspitzen durch virale Videos oder Sonderprojekte – die gar mit Medialeistung (aka „Werbung“) nach oben gepusht werden.

Die „freekickerz“ sind derzeit Deutschlands größter Kanal mit 4,3 Mio. Abos. Ex-Branchenprimus Gronkh kommt auf 4,18 Mio. Abos. DagiBee hat 2,76 Mio. Abos. ApoRed „nur“ 1,4 Mio.

Wohlwissend außer Acht gelassen, dass Kanäle unterschiedliche Strategien haben – z.B. durch einen deutlich höheren Output an Videos – zeigt sich deutlich: Kein einziger Kanal schafft es, sein Abo-Potenzial voll auszuschöpfen. Während die freekickerz zwar auch Ausreißer nach oben jenseits der eine Mio. Views haben, bleibt die Konversion allerdings damit unter 25 Prozent. Bei Gronkh sind es noch einige Prozent weniger – viele Videos erreichen nichtmal 100.000 Abrufe, wenn auch die Frequenz der Videoveröffentlichungen viel höher ist.

Auf eine Konversion von nahezu 50 Prozent kommen immerhin ApoRed und DagiBee und bewegen sich damit im exemplarischen Spitzenbereich. Aber auch hier: Das gesamte Potenzial wird längst nicht ausgeschöpft.

#YouTubeDeutschland mangelt es an so manchem – und insbesondere einer vergleichbaren Messgröße des Kanals. Der Blick auf die Konversionsrate kann zumindest einen ersten Anhaltspunkt liefern. Solange es aber keine übergreifenden Kennzahlen – auch interne Daten wie Watchtime sind damit gemeint – gibt, sind die Abo-Zahlen nur eines: ein nummeriertes Werbeplakat für die Presse und Mediaagenturen dieser Republik. Eines sind sie aber auf keinen Fall: ein Garant für spezifische Reichweiten.

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4 Comments

  1. Chris Z
    22. Juni 2016 at 9:45 — Antworten

    Ist das tatsächlich eine derart große Wissenschaft? Wie wäre es mit Folgendem: Gesamtviews des Kanals / Anzahl aller Videos des Kanals = Durchschnittliche Views pro Video des Kanals

    • 22. Juni 2016 at 19:22 — Antworten

      Prinzipiell ein guter Ansatz, nur müsste man die Extremwerte (Peaks und Lows) aus der Rechnung nehmen. Und verschiedene Kanal-Strategieren werden damit noch nicht berücksichtigt, u.a. weil sie sich auch nicht unbedingt in eine Formel gießen lassen, siehe die Let’sPlayer.

  2. Thomas Schneider-Trumpp
    3. Juli 2016 at 16:01 — Antworten

    Hallo Makus,

    sind euch tiefergehende Analysen zu dem Thema bekannt?

    Viele Grüße

    Thomas Schneider-Trumpp

    • 4. Juli 2016 at 0:15 — Antworten

      Hi Thomas,

      leider gibt es zu diesem Thema kaum zugängliches Material – weshalb man also mal wieder selbst ran muss.

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