Webvideo: Social-Media-Netzwerke überholen Suchmaschinen

Facebook und Twitter werden zum wichtigsten Verlinker von Webvideos: Das geht aus einer aktuellen Studie des Video-Plattform-Anbieters Brightcove und der Syndizierungs-Plattform TubeMogul hervor. Demnach wachsen die durch soziale Netzwerke verlinkten Video-Abrufe stärker als über herkömmliche Suchmaschinen. 81,9 Prozent der Video-Abrufe finden direkt auf der originären Plattform statt. Bei den restlichen Zugriffen erweisen sich Google (64 Prozent) und Yahoo (11,9 Prozent) als die Klickbringer. Zwar liegen Facebook (4,9 Prozent) und Twitter (1,2 Prozent) weit dahinter. Die Zuwachsraten sind allerdings enorm: Sollte das Interesse an Bewegtbild in sozialen Netzwerken weiter anhalten, könnte Facebook binnen eines Jahres auf den zweiten Platz vorrücken.

Zudem glänzt Facebook bei einer weiteren wichtigen Kennzahl: Professioneller Video-Content wird durch die Verlinkung deutlich stärker von den Zuschauern angenommen, was sich in geringeren Abbruchquoten und damit einer längeren Nutzungsdauer widerspiegelt.

 

Einbruch bei Nutzungslänge

Im Vergleich zum ersten Quartal 2010 kämpfen die Video-Anbieter mit geringeren Nutzungslängen. Lediglich TV-Inhalte werden länger angeschaut. Dies zeigt sich ebenfalls in der Abbruchquote, die bei Angeboten von Online-Medien am geringsten ist: Immerhin 42,76 Prozent der Videos werden zu Ende angeschaut. Herber Rückschlag für die Video-Angebote von Zeitungs-Medien: Nach 41,23 Prozent im Q1 halten nur noch 33,05 Prozent der Zuschauer ein Video bis zum Schluss aus.

Einbetten wirkt

Erstmals wurden in der Studie die Anbieter-Gattungen und ihre Embeds untersucht. Während externe Video-Plays bei den meisten Seiten kaum eine Rolle spielen, liegen die Außer-Haus-Zugriffe bei Zeitungs-Angeboten bei 13,6 Prozent. Negativer Effekt: Die durchschnittliche Nutzungsdauer liegt bei extern eingebunden Videos deutlich unter der geschauten Länge auf der originären Seite.

Sonderfall Europa

Die unterschiedliche Struktur des europäischen Webvideo-Marktes im Vergleich zu den USA zeigt sich vor allem in der Aufschlüsselung der Gattungen: Die Video-Angebote der Radio-Stationen werden in den USA acht Mal häufiger abgerufen. Sieger in diesem Markt: Der asiatische Raum (APAC). Zwar liegt Europa bei den Abrufen von TV-Inhalten auf Platz zwei: Die Abbruchquote ist dagegen alarmierend. Bereits nach 30 Sekunden steigen die Zuschauer aus.

Demnächst: Betrachtung der Zahlen im PR- und Marketing-Bereich.

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