Die letzten Minuten
Die Liebe zwischen Herrchen und Hundchen bleibt auf ewiglich bestehen.
Videopunk |
Anarchy in Web-TV |
Eigentlich wollte ich etwas zur 100. Folge des David-Lynch-Interview-Projects schreiben. Uneigentlich hab ich's verpennt. Macht nicht's: Schauen Sie rein und bilden sich Ihre Meinung. Meine sieht so aus.
Welche Bildsprache spiegelt den sich verändernden Medienkonsum im Internet wieder? Diese Frage beschäftigt mich seit nunmehr fast drei Jahren. Die klassische (TV-)Bidsprache ist es jedenfalls nicht, wie viele von uns (schmerzhaft) lernen mussten. Vielleicht hat der britische VJ David Gyimah eine Antwort.
Video wird die treibende Kraft für Nachrichten-Websites werden. So tönt es alle paar Tage bei den einschlägigen Mediendiensten wie turi2, kress und horizont. Unglaubliche Investitionen werden versprochen. Der Werbemarkt in diesem Bereich boome. Der User giere nach bewegten Bildern. Und liefern müssen wir das, die Schmuddelkinder der Branche.
185 Stimmen, 243 Beiträge aus 12 Ländern: Der amerikanische Komponist Eric Whitacre hat über YouTube ein digitales Meisterwerk geschaffen. Beeindruckend.
Vielleicht liegt es an mir und mein Kunstverständnis reicht nicht aus. Doch warum die Düsseldorfer Staatskanzlei ausgerechnet diesem Herrn 10 000 Euro für ein Kultur-Videoprojekt aufs Konto überweist, kann ich beim besten Willen nicht verstehen.
Hassen oder lieben: Im deutschen Web sind moderierte Nachrichtensendungen Mangelware. Zumeist aus gutem Grund: Zu altbacken, zu linear, zu unaktuell. Trotzdem hat die New York Times seit heute eine eigene Newssendung im Angebot. "TimesCast" mag keine Webvideo-Revolution sein, setzt aber an den richtigen Stellen an.
Mit der Qualität bei Webvideos ist es so eine Sache: Die meisten Verlage haben nicht die Ressourcen, mehr als sinnbefreite Video-Ergüsse ins Netz zu stellen. Spiegel Online gehört sicherlich nicht dazu: Doch was Deutschlands Online-Leitmedium unter Bewegtbild-Journalismus versteht, ist ein Witz. Und zwar ein ziemlich schlechter.
Im Englischen steht die Aussage "slippery slope" für das sichere Zusteuern auf eine Krise. Derzeit tobt in den USA unter den Zeitungs-Videojournalisten eben jene Debatte, inwieweit Bewegtbildjournalismus im Netz eine Zukunft hat. Und der Journalismus im Allgemeinen.