16000 Abrufe bei YouTube, für ein lokales Webvideo eine große Zahl. Dennoch ist dieses Machwerk kein Erfolg.
Das Thema: Steilvorlage für ein konservatives Gratis-Blatt wie den Examiner. Mit der iTunes-App "GrindR" können sich homo- und bisexuelle Männer "connecten", sprich vernetzen.
Was die junge Reporterin daraus macht, trieft in den Boulevard, geschmückt mit einem Strauß böser handwerklicher Fehler. Mieserabler Ton, schlechte Kameraführung, das Fehlen jeglicher ordentlicher Story-Strukturen. Und dann eben der Inhalt.
Trotzdem: Das Video hat bei YouTube mehr als 16000 Abrufe (und steigend). Die Kommentare darunter lassen aber keinen Zweifel daran, dass das Video aneckt.
Und: Wetten, dass die 16000 Abrufe (steigend) bei den Verlagsoberen für ein breites Grinsen sorgen?
Eines meiner Lieblings-Newspaper-Videos hat einen (regionalen) Emmy gewonnen.
"The Art of the Autograph" der Detroit Free Press versucht, der Faszination "Football-Autogramm" auf den Grund zu gehen. Die Herangehensweise ist nicht spektakulär, aber gelungen. Das Video, ein klassisches VJ-Stück, überzeugt vorallem als Gesamtpaket.
Das war also mein erstes Mal "Radio"... Wer die Sendung "Funkhaus Wallrafplatz" am Samstagmorgen verpasst hat, kann diese hier beim WDR nachhören.
Worum ging es? Um YouTube bzw. das dahinter steckende Medienphänomen. Natürlich konnten in der Sendung nicht alle Feinheiten angesprochen werden, dafür ist das Thema viel zu komplex. Interessant fand ich die Hörer-Beteiligung per Telefon und Mail: YouTube scheint auch bei WDR5-Hörern (hüstel) längst zum Alltag zu gehören. Das Thema schien übrigens auf reges Interesse gestoßen zu sein: Die Telefonleitungen "glühten" und nur wenige der (ausgedruckten) zahlreichen Mails konnten in die Sendung besprochen werden.
Etwas verduzt waren die WDR-Kollegen, als ich kurz vor der Sendung mein iPad auf den Sendetisch platzierte. Und noch verdutzter, dass ich zum Sendebeginn per Twitter auf eben diese hingwies. Für endgültige Verblüffung sorgte dann die Tatsache, dass eine Handvoll Leute auf den Tweet reagiert hatten. Konsequenz: Twitter als Feedback-Kanal soll "demnächst" durchaus eine Rolle in der Sendung spielen...
Eine kleine Ergänzung zum Thema "Embedding", falls das in der Sendung nicht so rüber kam: Das Einbinden von Videos auf eigene Plattformen (Blogs etc.) ist nicht per se rechtlich erlaubt - sondern natürlich nur, wenn der zuvor hochgeladene Content auch legal ist. Danke an Jens für den nachträglichen Hinweis!
... dann sieht das neuerdings so aus. Zumindest in den USA, wo Cowboys auch BundesPräsident werden können.
Achja: Trotzdem hat es Dale "We are better than That!!!" Peterson nicht in die "Bauern-Kommission" des Staates Alabama geschafft. Freuen wir uns aber zur nächsten Wahl auf Teil 2 seiner Video-Kampagne:
One thing you can count on:I'm not going away.So hang tough.We've just begun to roll!
"Video fürs Volk - Das Medienphänomen YouTube" lautet das Thema der nächsten Medien-Sendung "Funkhaus Wallraffplatz" auf WDR 5. Dazu werden Dr. Stefan Meier, Medienkommunikation an der TU Chemnitz, und meine Wenigkeit am kommenden Samstag im Radio diskutieren. Und das sogar interaktiv: Per Mail und Telefon dürfen Fragen/Anregungen etc. in die Sendung gestellt werden (whoa!).
Facts:
Funkhaus Wallraffplatz, WDR5, 9.20 Uhr bis 10 Uhr, 05.06.2010.
P.S.: Man/frau munkelt, dass mittels Internetz-Zugang und Livestream das Entstauben von Opas Röhrengerät unnötig ist.
Man sperre während eines Multimedia-Workshops zwei abgedrehte AP-Fotografen mit ihren DSLRs ein - und das kommt dann dabei raus. Eine herrlich schräge Parodie auf Jay-Z: "Multimedia Immersion Rap".
Zum Vergleich: Hier das Original von Jay-Z - On To The Next One:
Mutig sind sie ja. Die Herren Harnasch und Bozic. Sich als Papier-Personaler vor die Kamera zu trauen, ist vielen Amtskollegen weiterhin ein Graus. Trotzdem ächzt und krächzt das neue Video-Format "Berliner Ferngespräche" an allen vier Ecken und Enden des Videoplayers.
Schon die Idee ist nicht neu, aber immerhin weithin Nutzer-kompatibel:
Auch ein Ortsgespräch kann zuweilen ein Ferngespräch sein: Alle zwei Wochen telefonieren Ivo Bozic von der Jungle World und David Harnasch vom Cicero miteinander und besprechen das aktuelle Weltgeschehen.
So weit, so einfach. Inhaltlich ist der gestellte Schlagabtausch ganz nett. Trotzdem ist die journalistische Rakete in seiner jetzigen Form mehr Rohrkrepierer denn Feuerwerk.
Und das liegt vorallem an der biederen und manchmal unfreiwillig komischen Darbietung. Gestellt ist noch höflich ausgedrückt. Ein echter Schlagabtausch, ja selbst ein echtes Telefonat sieht anders aus. Hört man da draußen in der analogen Welt. Oder so.
Eben diese fehlende Authentizität ist der Kardinalsfehler eines, von den Nutzern weitgehend akzeptierten Videoformates heutigen Produktionsdatums.
Leider ist die Lösung für dieses Problem nicht einfach: Das Konsumieren von Alkohol, so wie Nutzer "Altonase" es in den Kommentaren vorschlägt, dürfte wegfallen. Das Austauschen der Protagonisten ebenso. Und die Landverschickung auf eine Schauspielschule könnte für Ärger mit den Chefredakteuren sorgen.
Mein Tipp: Einfach losreden, wie euch der Schnabel gewachsen ist. Lasst es raus. Besprecht im Vorfeld das Thema, überlegt euch knackige Formulierungen, markante Sprüche, schreibt diese auf. Und zerknüllt diesen Schlachtplan. Dann schauen wir mal weiter.
Ich mag diesen Laden und seine Neuinkarnation am Limbecker Platz. Gute Cocktails und der beste Service, den ich in Deutschland je angetroffen habe. Und nein, als Stefan Nitzsche und ich das Video erdacht, gedreht und geschnitten haben, wechselte kein müder Euro die Westentasche. Stattdessen, und hier glaube ich beruhigt in Stefans Namen schreiben zu dürfen, lag uns die Sache am Herzen. Gute Sachen sollte man unterstützen.
Gedreht übrigens mit einer Canon 5D, einer 7D mit diversen Objektiven, der Ton kam per Handmikro über das Zoom H4N auf die Speicherkarte. Geschnitten in Adobe CS3 CS4 auf dem Mac. Es war kein ganzer leichter Dreh: Wir haben die Aufnahmen während der Neu-Eröffnung des Faces 2 gemacht. Mitten im Launch-Trubel.
Audio-Slideshow meets Video: Und dazu auch noch in s/w. Unterwegs mit einem Leverkusener Privatdetektiv. Schwierig zu drehen (alles geheim!) und zu erzählen. Bietet sich genau für diese Zwecke die Stil-Mischung an?
Hier geht's zum Video von Daniel Elke.
(Disclosure: Ich bin als Video-Berater für die Rheinische Post tätig.)