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De-regulierter Rundfunk

Fürs Hyperland-Blog beim ZDF habe ich mal kurz aufgeschrieben, wie so die Zukunft des Rundfunks in Deutschland aussehen könnte. Weil: Die Medienanstalten sind mit der Gesamtsituation eher unzufrieden und beraten derzeit über eine Empfehlung, das ganze System doch kurzfristig zu kippen. Übrigens mag das im Hyperland-Text etwas sehr nach Konjunktiv klingen, dem ist aber nicht so. Kurz gesagt: Livestreaming (also quasi TV im Netz) könnte gesellschaftsfähig werden. Und damit noch mehr Businessmodell als jetzt.

 

Was bedeutet denn eine extreme Vereinfachung der Regulierung für den Otto-Normalbürger? Nach jetzigem Kenntnisstand kann Maurers Willi demnächst rund um die Uhr vor der Webcam sitzen, über seinen Schalker Karnevalsverein schwadronieren und damit eine Million deutsche Fußballfans an den Monitoren auf die Palme bringen. Das bedeutet: Die künstlich noch aufrecht erhaltene Monopol-Stellung der (privaten) TV-Sender als Masseninformationsmedium bricht endgültig zusammen.

 

Über das Livestreaming-Thema diskutieren wir übrigens an diesem Wochenende auf dem Videocamp in Berlin (u.a. mit Christoph Keese, Michael Praetorius, Christoph "Clixoom" Krachten, einem Kollegen der Gameliga ESL und mir, angeblich möchten gewisse Nasen wie Sascha Pallenberg, ein paar Kollegen von BILD.de und Co. auch vorbeikommen. Nein, Schlägereien sind NICHT erwünscht auf einem Barcamp).

Diskussionsrunde "Was ist künftig Rundfunk?" auf dem Videocamp Berlin

Als Organisatoren des Videocamps Berlin wissen Stefan Evertz und ich: Feste Programmpunkte gehören auf eine Konferenz und nicht auf ein Barcamp. Folgende "Session" finde ich aber spannend genug, sie jetzt schon zur Abstimmung zu stellen bzw. sie vorzustellen:

 

Die Diskussion um "Livestreaming" im deutschem Web hat vor einigen Wochen aufgrund meines Artikels beim ZDF für große Wellen in der Medienbranche gesorgt. Irgendwann kam es dann zur öffentlichen Debatte mit Springer-Cheflobbyist Christoph Keese. Bevor die Geschichte dann in die Urheberrechtssiedlung umzog. Und damit das Thema ungeklärt offen blieb. Wie muss denn Rundfunk in Zukunft aussehen?

 

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Das möchten wir auf dem Videocamp am 3. und 4. September in Berlin beantworten.

 

Hierzu könnte es am Samstag eine Podiumsdiskussion geben, deren Teilnehmer schon ihre Zusage gemacht haben.

- Christoph Keese (Konzerngeschäftsführer Axel Springer AG)

- Michael Praetorius (Publizist, hat 2010 Twitter als Rundfunk anmelden wollen)

- ein Vertreter der Medienanstalt Berlin-Brandenburg  (abgesagt)

- meine Wenigkeit

- ein weiterer Medienvertreter mit Erfahrungen im Livestreaming-Bereich

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Nach dem Preis ist vor dem Preis. Oder?

Leider fehlt mir die Zeit, länger als 1195 Zeichen über die Webvideotage zu bloggen. Deshalb halte ich mich kurz: Vielen Dank allen Mitwirkenden (hier jetzt bitte Abspann erdenken). Die Umsetzung des Paketes Videocamp plus Webvideopreis gleich Webvideotage hat uns vor allem eines gezeigt: Das Interesse am Thema Webvideo ist so groß wie noch nie. Mehr als 130 Besucher beim Videocamp an beiden Tagen, 300 Gäste beim Webvideopreis - wir sind glücklich, ermattet und auch noch ein ganze Weile sehr selbstkritisch.

Denn: So rund manche Dinge aussahen, so verbesserungswürdig sind sie - im Nachhinein betrachtet. Bei den Kategorien ist sicherlich noch Spiel möglich, ebenso kann das Vorschlagssystem einen Relaunch vertragen. Der Abend lief zwar wie am Schnürchen, sieben Tage fast ohne Schlaf müssen Stefan und ich aber zunächst nicht mehr haben.

Was wir jetzt machen: Wir prüfen, inwieweit sich 2012 eine nächste Auflage realisieren lässt. Dann mit mehr Vorlaufzeit als zehn Wochen. Das Thema Webvideo werden wir in den nächsten Monaten auf verschiedenen Veranstaltungen und Konferenzen weiter in der Öffentlichkeit halten. Wer uns übrigens dabei unterstützen möchte, darf sich gern bei uns melden.

(Mehr Worte hier)

Die Sache mit den Webvideotagen oder: #wvt11

Es war etwas still hier und das wird es auch noch etwas länger bleiben. Die Entschuldigung findet sich manifestiert als Webseite unter Webvideotage.de. Wer das Projekt noch nicht auf dem Schirm hat: Wir (d.h. Stefan Evertz und Christoph Krachten) haben zusätzlich zum Videocamp eine kleine Preisverleihung für die besten deutschen Webvideos geplant. Und weil wir junges Netzvolk im Zeitökonomie-Unterricht in der Grundschule fehlten, haben wir kurzerhand das Planen mit dem Machen verwechselt.

Nun bleibt uns nichts anderes übrig, als diese kleine Preisverleihung über die im Kino nicht vorhandene Bühne zu bringen. Wer braucht schon Schlaf, Freizeit oder andere altmodische Dinge.

Was wir aber weiterhin dringend brauchen: Eure Unterstützung. Das Projekt ist eine non-profit-Aktion, mit dem gesammelten Sponsoring-Geld werden Lieferanten, Miete und Technik bezahlt. Wir ihr uns unterstützen könnt: Macht Werbung für www.Webvideotage.de, twittert es, bloggt euch die Seele aus dem digitalen Leib, legt euch ein Dutzend Facebook-Konten an und liked euch die Finger wund (oder besser nicht).

Für die optisch veranlagten Meinungsmacher folgen jetzt die offiziellen Logos (Danke an @cvonposer !) zur mannigfaltigen viralen Vertröpfelung im digitalen Gewässer.

(Special-Edition in transparent)

1. Deutscher Webvideopreis 2011

Begleitend zum 3. Deutschen Videocamp am 19. und 20. Februar 2011 in Essen wird erstmals der Deutsche Webvideopreis verliehen. Um diese beiden Veranstaltungen zu bündeln, firmieren diese nun zusätzlich zusammen unter dem Dach "Deutsche Webvideotage".

Das Warum

Braucht es einen weiteren Preis in der Medienbranche? Wir sind der festen Meinung, dass die Zeit überreif ist. Webvideos sind nicht nur ein elementarer Bestandteil des Netzes, sie sind zudem einer der stärksten Wachstumsmotoren für die digitale Wirtschaft geworden. Kaum ein Unternehmen, welches nicht Onlinebewegtbilder in die Markenstrategie einfließen lässt, kein deutsches Medienhaus, das nicht mit Webvideos arbeitet und Dank Smartphones gehört das Filmen fürs Netz zur Pausenhofbeschäftigung wie früher das Tischtennisspielen.

Nur für Webvideos

Die fast unübersichtliche Schwemme an Webvideos ist zugleich der größte Nachteil dieser Medienrevolution. Viele Perlen, ob von Profis oder Amateuren, gehen in der Masse unter. Und hier möchte der Webvideopreis ansetzen.

Prämiert werden die besten, innovativsten und webaffinsten Videostücke aus dem deutschsprachigen Raum. Die Auswahl beschränkt sich dabei bewusst auf Videos, die explizit für das Web produziert worden sind. Statt althergebrachter Preiskategorien werden auch die neuen Genres im Netz berücksichtigt. So wird es zum Beispiel einen Preis für das beste "Do-it-Yourself-/How-To-Video" geben.

Abendliche Gala

Die Auswahl der Preisträger übernimmt eine Fachjury aus Bewegtbildexperten, unter anderem mit Videojournalist und Grimme-Online-Preisträger Mario Sixtus ("Elektrischer Reporter"). Zudem hat jeder Webseher im Vorfeld die Möglichkeit, seinen Favoriten und somit den Publikumspreis mitzubestimmen.

Wir arbeiten derzeit mit Hochdruck an den letzten Feinheiten der Veranstaltung und freuen uns bereits jetzt über eine große Zahl namhafter Medien- und Kooperationspartner, welche die Preisverleihung unterstützen werden. Der Webvideopreis 2011 wird während einer abendlichen Gala in einer bekannten Kulturlokation in Essen vergeben, bei der auch der Unterhaltungsfaktor nicht zu kurz kommen soll. Moderiert wird die Veranstaltung u.a. von Journalist Christoph Krachten, der mit seiner Online-Talkshow "clixoom" zu den erfolgreichsten Webvideo-Machern Deutschlands gehört.

Die Webvideotage sind wie schon das Videocamp eine Veranstaltung, die für und von euch ist. Bitte tragt die frohe Kunde weiter. Beteiligt euch mit Ideen. Gestaltet den Preis durch eure Vorschläge mit.

 

Demnächst mehr

Detaillierte Informationen zum Webvideopreis folgen nach den Feiertagen im Januar 2011 auf www.webvideotage.de sowie auf Twitter und Facebook. Presseanfragen bitte an presse(at)webvideotage.de

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Stefan Evertz (Blog I Twitter)

Markus Hündgen (Blog I Twitter)

Videocamp 2011: Unterhalten wir uns über "Storytelling"

A good story cannot be devised; it has to be distilled.

Raymond Chandler

Am Ende eines Beitrages entscheidet vor allem eines über die Gunst des Zuschauers: Hat ihn die Geschichte gepackt? Und nichts ist schwieriger, als in wenigen Minuten Realität zu komprimieren, ein Märchen auszubreiten oder ein Lachen zu provozieren, welches noch Tage später nachklingt. Die Kunst des Geschichtenerzählens ist so alt wie die Menschheit. Von den ersten Höhlenmalereien bis zum interaktiven Multimedia-Paket der Neuzeit lieben es Menschen, sich in eine andere Welt entführen zu lassen. Oder die eigene Welt besser verstehen zu können.

Mit der zunehmenden Demokratisierung der technischen Produktionsmittel für Bewegtbild sind guter Ton und gutes Bild längst kein Handwerk weniger Auserwählter mehr. Doch kein noch so schönes Bild kann darüber hinwegtäuschen, dass der Inhalt nicht stimmt.

Deswegen haben Stefan Evertz und ich uns zum Videocamp 2011 das Schwerpunktthema "Storytelling" (für Anglophobiker: Geschichten erzählen) ausgesucht.

Wir hoffen auf rege Diskussionen vor, während und nach der Veranstaltung, was eine gute Geschichte ausmacht. Wie sich Storytelling auf verschiedenen Plattformen unterscheidet. Welche Erfahrungen ihr damit gemacht habt.

People have forgotten how to tell a story. Stories don't have a middle or an end any more. They usually have a beginning that never stops beginning.

Steven Spielberg

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Das Videocamp im Unperfekthaus Essen findet am 19. und 20. Februar 2011 bereits zum dritten Mal statt.

Zentrale Anlaufstelle für weitere Informationen und Anmeldung (in Kürze) erfolgen über www.Videocamp.de

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Mein Fazit zum Videocamp

Das Videocamp 2010 ist Geschichte. Aber wie erzählen wir diese? Wie antworten wir auf die Frage, ob sie es wert ist: Erzählt, nachgeahmt, fortgesetzt zu werden.

"Without people pushing against your quest to do something worth talking about, it's unlikely it would be worth the journey."
Seth Godin (The forces of mediocrity)

Die Medienbranche steht vor der größten Herausforderung ihres Daseins. Sie muss sich neu erfinden, radikal mit dem Bestehenden brechen und das Kommende mit offenen Armen empfangen. Aber es fällt ihr schwer, loszulassen, aufzustehen, die Chance zu ergreifen. Auf der Strecke bleiben im ersten Augenblick die überkommenen Strukturen, doch der Schmerz sitzt tiefer. Wenn das System versagt, sterben die Organe.

So prätentiös dies klingt: Das Videocamp, wie die übrigen Unkonferenzen an sich, versucht zu lindern und einen Ausweg zu bieten.

Das seltsame Gefühl

Nahezu 100 Teilnehmer, sowohl am Samstag als auch am Sonntag, ließen sich auf die Erfahrung Videocamp ein. Für viele der Teilnehmer war es das erste Barcamp. In ihren Augen blitzte diese Mischung aus Neugier und Skepsis, die jeder Erst-Camper erfahren hat.

Vielleicht ist es genau dieser Zustand, der das Videocamp ausgemacht hat.

Mehr als 30 Vorträge, Workshops und Diskussionsrunden kamen so zustande. Darunter spannende Diskussionen wie "Go und No-Gos bei Webvideos", welche innerhalb zwei Stunden versuchte, sich - wie schon beim 1. Videocamp - der Anarchie im Webvideo-Regelwerk zu nähern. Zu recht vergeblich, wie ich meine. Oder "Virtueller Rundfunk", welche das Thema Netzneutralität auf den Bereich Webvideo ausdehnt. Und sicherlich zu den wichtigsten Grundsatzthemen der kommenden Monate gehören wird.

Auch die Praxis kam nicht zu kurz: Vorallem das Videocamp-Schwerpunktthema "DSLR" nutzten einige Teilnehmer für Fragen, Beispielsichtungen und kritische Betrachtungen.

"Diversity and independence are important because the best collective decisions are the product of disagreement and contest, not consensus or compromise."
James Surowiecki (The Wisdom of Crowds)

Nicht Schwarz, nicht Weiß

Die erkenntnisreichsten Momente lieferten die kontroversesten Situationen. Immer dann, wenn Medienarten aufeinander prallten. Wenn der interdisziplinäre Meinungsaustausch zu kippen drohte. TV vs. Webvideo, Journalismus vs. Boulevard, Schwarz gegen Weiß.

Dabei zogen die Diskussionen ihre Kraft aus der Mischung der Teilnehmerherkunft. Anwesend waren Macher von TV - privat und öffentlich-rechtlich, Verlagen, Agenturen, Blogs, Fotografen, eben Vertreter aus dem breiten Spektrum der Medienbranche.

Doch blieb es immer fair. Was zum einen Teil an der persönlichen Note eines Barcamps liegen mag, als auch an der Tatsache, dass zwei Tage auf Augenhöhe diskutiert wurde.

Vom Wert

War es das Videocamp nun wert? Diese Frage lässt sich am Besten mit einem Blick in die Augen der Teilnehmer beantworten, als die letzte Session gehalten und die letzte Diskussion geführt worden ist. Die Skepsis ist verschwunden, aber die Neugier blitzt umso heller.

Und das sollte Antwort genug sein.

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Ich verweise an dieser Stelle auf das Fazit meines Videocamp-Mitstreiters Stefan Evertz, der vor, während und danach immer das Chaos zu kontrollieren wusste. Danke!

Es darf gedreht werden: Willkommen zum Videocamp

Startschuss zum 2. Deutschen Videocamp in Essen dieses Wochenende. Ich freue mich auf zwei inspirierende Tage im Unperfekthaus mit vielen bekannten und neuen Gesichtern aus der Welt des Bewegtbildes.

Wie zu erwarten hat dieser Tage König Fußball die Hosen an. Deswegen sind kurzfristig ein paar Plätze freigeworden. Wer also Interesse an kostenloser Fortbildung, Netzwerken und frischen Ideen hat, ist herzlich zum kurzfristigen Besuch eingeladen.

Derweil gibt es einen netten Vorbericht bei meinem Ex-Arbeitgeber DerWesten und drüben bei Jens im Pottblog.

P.S.: Man munkelt, am Sonntag könnte es spontane Besuche mit Diskussionsstoff geben, unter anderem von dieser Dame und diesem Herrn.

Posterous theme by Cory Watilo