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Shake it, baby!

Wer es noch nicht weiß: Ich bin ein Freund der wackelnden Kameraeinstellungen. Ich stehe dazu, ich will es gar nicht verneinen. Ich oute mich. Neulich hat mich jemand deshalb als "Qualitätsverweigerer" tituliert.

 

In der Wahrnehmung vieler Kollegen wird Webvideo mit verwackelten Videos gleichgesetzt. Das rührt vorallem daher, dass der Großteil an YouTube-Content von Oma Lieschen, Enkel Jens und manchmal von Kater Fritz produziert wurde. Die Wackler sind dort ebenso normal, wie kalte Currywurst-Sauce in Berlin (ihr Banausen!).

Und was ist mit den Profis? Die es besser wissen sollten, die damit Geld verdienen wollen, die ein Handwerk beherrschen? "Wir dürfen nicht verwackeln, wir sind ja besser."

Mir kommt es nicht auf den stilistischen Aspekt eines Wackelvideos an - dieser mag in einigen Videos eine Rolle spielen: Mehr Authentizität, Nähe, Ich-Perspektive.

Warum ich dennoch auf die shaky cam stehe?

Weil der Inhalt dahinter oft wichtiger ist als das handwerkliche Begleitgespenst.

Live-Videos vom Brennpunkt des Geschehens, meist per Handy gefilmt; diese eine persönliche Szene während der Reportage; der spontane O-Ton am Spielfeldrand: All dieses wären ohne Gewackel kaum möglich.

Bin ich deshalb ein Qualitätsverweigerer?

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