Eine Liebeserklärung

Oder nur cleveres Marketing?

Zufälligerweise, und das steht auch noch in der Video-Beschreibung, gibt es den Cover-Song ab April zu kaufen...

 

Sei's drum: Die Idee ist klasse abgedreht. Und sollte es dort draußen tatsächlich eine Ex geben: Schnapp dir den Knaben, bevor er wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses ins Café Viereck rollerbladen muss.

 

 

(Video gefunden bei Holadiho)

Authentisch oder tot

Ich bin kein Freund deutscher Fernseh-Hausmannskost. 99 Prozent der konsumierten filmmernden Inhalte sind grenzdebil, plumpe Verarsche oder dreiste Abzocke. Dummerweise glauben eben jene TV-Anstalten, die durch Innovationsfeindlichkeit glänzen oder die BUNTE für ein Qualitätsmedium halten, ihren wertvollen Content ins Netz kippen zu müssen. Seit an Seit stehen sie dabei mit Verlegern und anderen Medien-Gespenstern. Die gute Nachricht: Im Netz gibt es nicht nur Volldeppen.

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Wait For Me - 3 Minute Documentary

Wait for me and I'll come back,
Dodging every fate!
"What a bit of luck!" they'll say,
Those that would not wait.
They will never understand
How amidst the strife,
By your waiting for me, dear,
You had saved my life.
Only you and I will know
How you got me through.
Simply - you knew how to wait -
No one else but you.

Manchmal hilft es nur zu warten...

Eine ergreifende Geschichte, erzählt in einer perfekten Kombination von Bild, Ton und Montage. Drei Minuten können derart viel erzählen. Und das ist es, was wir tun sollten.

VDS: Zu früh gefreut

Welch große Freude durchflutete mich, als ich per Twitter das Kippen der Vorratsdatenspeicherung vernahm. Doch wer die Begründung genauer liest und sich auf die Suche nach den berühmten Zeilen dazwischen macht, dem vergeht die gute Laune. De facto ist das Gesetz gekippt, die Geisteshaltung hat aber ihren Nährboden behalten. Insofern ist es leider kein gutes Urteil.

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Bewegtbild muss sich selbst aufgeben

Vor mehr als zwei Jahren posaunte ich mein Videopunk-Manifest in den digitalen Konzertsaal. Bewusst provokativ, kontrovers, verknappt. Viele Diskussionen wurden seitdem geführt, was denn nun Webvideo sein kann oder soll. Endlich meine Antwort: Webvideos müssen sich selbst als Darstellungsform aufgeben.

Nicht ein moralischer, sondern ein durchaus rationaler Altruismus ist gemeint. Selbstaufgabe zum Selbstzweck. Nicht der Abrufzahlen wegen, sondern zum Wohle der Medienkonvergenz.

Webvideo wird gemeinhin als eingekapselte Darstellungsform gesehen. Äußerliche Faktoren wie Länge, Stilmittel, technisches Handwerk gleichen sich zunehmend den analogen Nutzungsgewohnheiten an. Guter Content ist so lang wie er gut ist, Sehgewohnheiten werden adaptiert und manchmal bewusst gebrochen. Ein verwackeltes Video kann gleichberechtig neben einer Hochglanzproduktion stehen.

Doch im Sinne der Netznutzungsweise kämpft Webvideo weiterhin um seinen eigenen Stellenwert. Alle Versuche der Monetarisierung basieren darauf: Pre-Rolls sind nur ein Ausdruck von vereinheitlichter Mediennutzung. Und damit der immanente Feind des Webvideos.

Webvideos müssen sich von den äußerlich angelegten Windeln freistrampeln.

Für DerWesten habe ich versucht, einige Grenzen zu überschreiten und die Regeln der Darstellung zu brechen.

1.)

Kurze Live-Schnipsel (dort als Fazit in Blog-Form), gefilmt per Handy, vermitteln unmittelbar den bewegten Eindruck vor Ort. Die journalistische Einordnung erfolgte sowohl über Twitter (Text und Foto) als auch über die redaktionelle aktuelle Arbeit der Zentralredaktion in die Reportagen der anderen Kollegen.

Bewegtbild verzichtet hier auf eine, z.B. moderierte Einordnung des Gesehenen in das Geschehen.

 

2.)

Dieses Video von einer Haussprengung wirkt altbacken in seiner Darstellungsform. Leider ist der "Reifegrad" des Videos im Portal nicht mehr zu sehen. Bevor das fertig geschnitte Video ins Portal kam, gab es eine Rohfassung nur mit der Sprengung. Dies bereits nach wenigen Minuten. Insgesamt wurden drei Versionen des Videos online gestellt, parallel zu den aktuell eintreffenden Texten und Informationen der Reporter vor Ort. Webvideo war ein Teil des journalistischen Prozesses und wuchs mit.

 

3.)

Bei dieser Reportage ging es darum, Bruchstücke in der Geschichte mit Bewegtbild anzureichern. Dies fängt bei einem bebilderten Interview an, geht über einen klassischen VJ-Beitrag über das Handwerk, bis hin zu einfachen Schwertkampfszenen zur bildlichen Illustrierung des Erlebten. An dieser Stelle gingen Text und Video eine schon bei der Produktion aufeinander abgestimmte Symbiose ein. Beide Darstellungsformen haben als gemeinsame Erzählweise davon profitiert. (Leider sind beim Relaunch einige Videos zum Ende hin verkürzt worden...)

 

Diese drei Beispiele waren nur der Anfang. Die geschätzten Kollegen von Spiegel Online haben mittels Videos ein Quiz gebaut: Die Frage taucht im Video auf und bezieht sich auf den gesehenen Inhalt. Berühmt ist die mit Preisen ausgezeichnete Reportage "Pearls before breakfast" der Washington Post. Das als Überwachungsvideo "getarnte" Video rundet die Geschichte ab. Das Special der Las Vegas Sun zur Geschichte der Stadt vereint etliche Darstellungsformen zu einer Einheit.

Videos müssen sich als Darstellungsform aufgeben. Um sich selbst neu zu erfinden.

Shake it, baby!

Wer es noch nicht weiß: Ich bin ein Freund der wackelnden Kameraeinstellungen. Ich stehe dazu, ich will es gar nicht verneinen. Ich oute mich. Neulich hat mich jemand deshalb als "Qualitätsverweigerer" tituliert.

 

In der Wahrnehmung vieler Kollegen wird Webvideo mit verwackelten Videos gleichgesetzt. Das rührt vorallem daher, dass der Großteil an YouTube-Content von Oma Lieschen, Enkel Jens und manchmal von Kater Fritz produziert wurde. Die Wackler sind dort ebenso normal, wie kalte Currywurst-Sauce in Berlin (ihr Banausen!).

Und was ist mit den Profis? Die es besser wissen sollten, die damit Geld verdienen wollen, die ein Handwerk beherrschen? "Wir dürfen nicht verwackeln, wir sind ja besser."

Mir kommt es nicht auf den stilistischen Aspekt eines Wackelvideos an - dieser mag in einigen Videos eine Rolle spielen: Mehr Authentizität, Nähe, Ich-Perspektive.

Warum ich dennoch auf die shaky cam stehe?

Weil der Inhalt dahinter oft wichtiger ist als das handwerkliche Begleitgespenst.

Live-Videos vom Brennpunkt des Geschehens, meist per Handy gefilmt; diese eine persönliche Szene während der Reportage; der spontane O-Ton am Spielfeldrand: All dieses wären ohne Gewackel kaum möglich.

Bin ich deshalb ein Qualitätsverweigerer?

Posterous theme by Cory Watilo