Facebook weltweit zweitgrößter Knotenpunkt für Videos

Der Webvideomarkt wächst rasant weiter. Das geht aus der aktuellen Studie zum dritten Quartal 2010 des Videohosting-Anbieters Brightcove und des Syndizierungs-Dienstes TubeMogul hervor. Nicht nur bleiben die Nutzer länger im Video, auch die Produktion von professionellem Content fürs Web ist in einigen Bereich stark gestiegen.

Facebook wirkt

Nicht ganz unschuldig daran sind die sozialen Netzwerke. Twitter liegt zwar weiterhin abgeschlagen hinter den Suchmaschinen, kann aber mit einer hohen Aufmerksamkeitsrate punkten: Vor allem Markenvideos werden über Twitter nicht nur besonders häufig angeklickt, sondern erfreuen sich einer überdurchschnittlich langen Nutzungsdauer. Die Statistik im Sturm genommen hat dagegen Facebook. Mittlerweile werden 9,6 Prozent der Videos über Zuckerbergs soziale Insel gefunden bzw. empfohlen. Damit liegt Facebook auf dem zweiten Platz der Rangliste und damit erstmals vor Yahoo. Google ist weiterhin der Platzhirsch mit 58 Prozent. Aber der Vorsprung ist im Vergleich zum vorigen Quartal 2010 um 7 Prozent geschrumpft. Nicht zuletzt Dank Facebook.

Sofamacht Spielekonsolen

Erstmals in der Statistik ausgewiesen sind Zahlen nach Gerätetypen. Demnach führen Spielekonsolen bei der Nutzungslänge und können hier ihren Sofavorteil ("lean-back") ausspielen: Die Nutzungsdauer von Bewegtbild liegt bei 2:45 Minuten, der gesamte Online-Durchschnitt liegt bei 2:27 Minuten. Mobile Endgeräte halten die Zuschauer für 2 Minuten am Bildschirm. Nicht in der Statistik aufgeführt sind dagegen Set-Top-Boxen wie GoogleTV, AppleTV und Boxee.

Die Browserfrage

Wenn es um das Abspielen von Videos im Web geht, hat der Nutzer die Qual der Wahl. Marktführer in allen Videosegmenten ist weiterhin Microsofts Internet Explorer (mit durchschnittlich 50 Prozent). Mit Abstand folgen (in Reihenfolge): Firefox, Chrome und Safari (nahezu gleich).

Nutzungsdauer weiterhin kritisch

Auch wenn die allgemeine Nutzungsdauer für Videos im Netz zunimmt, die Aufmerksamkeitskurve ist weiterhin erfolgskritisch für das Vermitteln des gewünschten Inhaltes.

In Worten ausgedrückt: 39 Prozent der Zuschauer verlassen nach 50 Prozent das Video, zumindest bei Markenvideos. Bei den anderen Videosegmenten sieht es weiterhin schwierig aus. Vor allem Zeitungen und Magazine müssen weiterhin mit der 50-Prozent Regel leben: 50 Prozent der Zuschauer sind nach der Hälfte des Videos weg.

Auffällig der Einbruch der Zahlen bei Zeitungsvideos. Eine mögliche Erklärung: Im dritten Quartal ist der Videooutput bei Zeitungen rasant um 51 Prozent gestiegen. Die durchschnittliche Nutzungsdauer dagegen nur minimal auf 1:30 Minute. Der neue Content scheint demnach die branchenübliche Länge von 2 Minuten für ein Zeitungsvideo stark nach oben verändert zu haben.

In der nächsten Betrachtung der Studie schaue ich mir die Zahlen zur täglichen Nutzung von Webvideos an.