Batelco - Infinity

Die Macher von "Nuit Blanche" haben's mal wieder geschafft. Ein langes, aber wunderprächtiges (Werbe-)Video mit digitalen Meistereffekten.

 

 

Und das Making-Of gibt's gleich hinterher:

 

Worst of Pro (7): Mega-Bombast-Hypnose

Die Herren von ZHI Consulting scheinen nicht nur Texte zu klauen, sie machen auch noch schlechte Videos. Ein Fleißkärtchen gibt's für den Vorsatz, möglichst professionell rüber zu kommen. Leider folgt wegen Verfehlung des Themas die Aberkennung sämtlicher Punkte. Wie wohl das Sequel heißen mag? "Angriff der nonverbalen Kommunikation"?, "Letzter Ausweg Persönlichkeitstraining"?

Lassen Sie sich verzau... äh hypnotisieren!

Videocamp 2011: Unterhalten wir uns über "Storytelling"

A good story cannot be devised; it has to be distilled.

Raymond Chandler

Am Ende eines Beitrages entscheidet vor allem eines über die Gunst des Zuschauers: Hat ihn die Geschichte gepackt? Und nichts ist schwieriger, als in wenigen Minuten Realität zu komprimieren, ein Märchen auszubreiten oder ein Lachen zu provozieren, welches noch Tage später nachklingt. Die Kunst des Geschichtenerzählens ist so alt wie die Menschheit. Von den ersten Höhlenmalereien bis zum interaktiven Multimedia-Paket der Neuzeit lieben es Menschen, sich in eine andere Welt entführen zu lassen. Oder die eigene Welt besser verstehen zu können.

Mit der zunehmenden Demokratisierung der technischen Produktionsmittel für Bewegtbild sind guter Ton und gutes Bild längst kein Handwerk weniger Auserwählter mehr. Doch kein noch so schönes Bild kann darüber hinwegtäuschen, dass der Inhalt nicht stimmt.

Deswegen haben Stefan Evertz und ich uns zum Videocamp 2011 das Schwerpunktthema "Storytelling" (für Anglophobiker: Geschichten erzählen) ausgesucht.

Wir hoffen auf rege Diskussionen vor, während und nach der Veranstaltung, was eine gute Geschichte ausmacht. Wie sich Storytelling auf verschiedenen Plattformen unterscheidet. Welche Erfahrungen ihr damit gemacht habt.

People have forgotten how to tell a story. Stories don't have a middle or an end any more. They usually have a beginning that never stops beginning.

Steven Spielberg

--------------------------

Das Videocamp im Unperfekthaus Essen findet am 19. und 20. Februar 2011 bereits zum dritten Mal statt.

Zentrale Anlaufstelle für weitere Informationen und Anmeldung (in Kürze) erfolgen über www.Videocamp.de

Zur Facebook-Seite

Auf Twitter

Zum Facebook-Event

Zum Xing-Event

4 Dinge, auf die Zeitungen bei Webvideo achten sollten

Chuck Fadely ist ein Webvideo-Urgestein. Als Videojournalist beim Miami Herald gehörte Chuck zu den ersten Videojournalisten, die für eine Tageszeitung Videos erstellt haben - und dies trotz Zeitungskrise in den USA immer noch macht. In der NewspaperVideo-Gruppe bei Yahoo hat er jetzt vier Punkte veröffentlicht, die sich jede deutsche Zeitung aufs Kameradisplay schreiben sollte.

Hier die von mir frei übersetzte Aufzählung, die ich zu 100 Prozent unterschreibe.

1.

Zunächst: Gerade zu Anfang haben weder Reporter, Redakteure noch Fotografen eine Ahnung davon, was gute Videos ausmacht. Also nicht den Fehler machen, und Videoaufträge in die Fotoabteilung geben. Gibt es jemanden für Videos, dann sollte er sich um die Geschichten kümmern. Zum Start eine Geschichte pro Tag machen und sicherstellen, dass der VJ den gesamten Tag für die Produktion hat, er braucht die Zeit. Wenn die großen Chefs nach Videos schreien, will plötzlich jeder Reporter und Redakteur ein Video für seine Geschichte haben - bloß nicht unter Druck setzen lassen! Stattdessen: Sorgfältig auswählen. Wichtig: Die Personen, welche die Videothemen aussucht muss zweierlei wissen. Erstens wie Videos produziert werden und zweitens die Statistiken der eigenen Webseite.

 

2.

Wenn es vor allem um Videoabrufe geht, gibt es nur zwei Dinge für Video: Vornehmlich harte News und Sport. Aber: Die meisten Zugriffe kommen von den (Text-)Geschichten, auf die die Nutzer über Suchmaschinen stoßen. Also hat das Einbetten von Videos in solche Geschichten oberste Priorität. Tipp: Videos zu den eigenen Top-Geschichten des Tages machen, welche sich längst nicht immer mit Print-Geschichten decken werden. Nicht zu viele Zugriffe auf Wohlfühl-Geschichten und Kultur-Videos erwarten.

 

3.

Bei der Auswahl von Video-Geschichten darauf achten, dass diese packend und emotional sind. Fakten und Zahlen haben keinen Platz in Videos. Zeige Dinge, anstatt von ihnen (im Off) zu erzählen. Mache Videos kurz und knackig. Die meisten Leute verlassen ein Video in den ersten zehn Sekunden, also mache diese besonders. Videos brauchen einen Spannungsbogen, einen Beginn, Mitte und ein Ende. Das kann bedeuten, dass der VJ für einige Aufnahmen noch bis zum Ende einer Geschichte bleiben muss, der Fotograf aber bereits fertig ist. Videos produzieren kostet viel Zeit.

 

4.

Ganz wichtig: Billigvideos haben absolut keinen Wert für die Zeitung. Werbetreibende hassen billig produzierte Stücke, Zuschauer klicken sie weg und eben so wichtig: Videomacher hassen es, absichtlich "Müll" produzieren zu müssen. Suche also Geschichten aus, die es wert sind und gib den Videomachern die Zeit, sie gut zu machen. Vermeide Geschichten im Zeitungsstil: Video ist dazu da, Geschichten anders zu erzählen als Text.

 

Chucks Fazit:

Video ist ein Fass ohne Boden, welches ohne Ende Zeit erfordert. Erwarte nicht, dass Fotografen zusätzlich ordentliche Videos abliefern können. Auf der anderen Hand sind Videos das faszinierendste Werkzeug, um Geschichten zu erzählen. Kein anderes Medium kann derart intensiv Menschen zum Weinen oder Lachen bringen.

Not quite the World after Advertising

Ich tue mich schwer mit Werbung. Vielleicht liegt das daran, dass ich zu einer Generation gehöre, die allergisch auf die bisherigen Brüllmethoden reagiert. Oder dass ich meine Kaufentscheidungen schlichtweg nicht mehr von Unternehmensversprechungen abhängig mache. Jedenfalls war ich umso gespannter, was der Kongress "The World after Advertising" in Düsseldorf an Innovationen aufzeigt. Und ich muss gestehen: Wenn Werbung in Zukunft so aussehen sollte, dann werde ich weiterhin einen großen Bogen um sie machen.

Vielleicht war meine Erwartungshaltung angesichts des Veranstaltungstitels zu hoch. Gut, es gab viele schöne Beispiele. Wie Real Madrid die gesamte Klaviatur des Social Media spielt, wie Kodak alle Plattformen bespielt und selbst bei Dinosauriern wie IP Deutschland die Erkenntnis durchsetzt, dass blanke Reichweite nicht mehr ganz so wichtig ist.

Was mir bei den Vorträgen und Diskussionen gefehlt hat, war die Vision. Die Vorstellung von dem, wie Werbung im Jahre 20xx aussehen könnte. Rühmliche Ausnahme mal wieder: Werbeikone Amir Kassaei. Er geizte nicht mit schmissigen One-Linern wie "Es gibt kein Social Media". Bewusst provokant versuchte er, den Gästen den Spiegel vorzuhalten. Wobei ich mich frage: Wie verklickert der Kreativchef einer der größten Agenturen seinen Kunden diese Visionen? Seine Wandlung vom Saulus zum Paulus nehme ich ihm anhand des Vortrages nicht ab. Wo waren die eigenen Positiv-Beispiele, um die Argumentation zu unterstützen?

Der Tag in Düsseldorf wirkte wie eine nüchterne Bestandsaufnahme. Die meisten Referenten zeigten das, was seit zwei Jahren Standard sein sollte. Nur wenige ließen durchblicken, was sein könnte und heute sein müsste. Positiv: Medienanalyst Ken Doctor.

Die inhaltliche Kritik fällt mir umso schwerer, da die gesamte Veranstaltung ansonsten äußerst rund war. Vom Austragungsort (Rheinterrassen), über funktionierendes WLAN, Catering bis zur Netzwerkmöglichkeit neben und nach den Vorträgen. "The World After Advertising" braucht sich bereits nach der Erstauflage nicht hinter anderen Konferenzen zu verstecken. Deswegen hoffe ich auf eine Fortführung 2011. Und dann bitte mit mehr Visionen.

5 Thesen: Warum Unternehmen die Finger von Webvideos lassen sollten

Nahezu jeder werbliche Bewegtbildversuch einer Firma im Netz ist eine Katastrophe. Ausnahmen wie Old Spice werden wochenlang durch die Branche gefeiert. Dabei ist ein Großteil der Corporate-Videos nichts mehr als uninspirierter Schrott. Auf dem Handelsblatt Management Forum "Social Media" werde ich deswegen folgende Thesen in die Marketing-Reihen schleudern.

  1. Nie war es günstiger
  2. Nett ist genug
  3. Jeder kann es
  4. Jeder braucht es
  5. WebTV ist wie Fernsehen

Und mich anschließend mittels folgender Thesen widerlegen und selbst vor die Mauer stellen:

  1. Nichts ist umsonst
  2. Nett ist scheisse
  3. Wollen ist nicht Können
  4. Der Nutzer entscheidet
  5. ... nur ganz anders

Kampf um das Fernsehen-2.0 spitzt sich zu @Hyperland

googletv_cnn.jpg

In den USA ist der Kampf ums Wohnzimmer ausgebrochen: Mit neuen Endgeräten versuchen Google, Apple und kleine Anbieter wie Boxee, das Internet auf den Fernseher zu holen. Die schwersten Gefechte werden hinter den Kulissen ausgetragen. 


CNN auf GoogleTV

Die großen TV-Sender laufen Sturm gegen das Fernsehen 2.0. Auch in Deutschland baut sich eine Front auf. Bewegte Zeiten: Mittels neuer Set-Top-Boxen oder speziell ausgestatteter TV-Geräte, wollen die Geräteanbieter das bisherige Fernsehprogramm um Inhalte aus dem Netz erweitern.

via blog.zdf.de

Fürs ZDF-Blog "Hyperland" habe ich versucht, die aktuellen Wirren rund um GoogleTV und Co. in Deutschland zusammenzufassen. Den ganzen Artikel gibt's drüben bei den Mainzern.

Posterous theme by Cory Watilo