On a mission for Webvideo!

Die nächsten Wochen und Monate gehen die Deutschen Webvideotage auf Reisen. Statt bis zur Neuauflage 2012 die Füße in den Eimer und die Denkmurmeln in Tiefschlaf zu stecken, werden wir fröhlich evangelisieren.

re:publica

Den Start macht bereits nächste Woche der Besuch auf Deutschlands nettester Schulkonferenz, der re:publica in Berlin. Genauer gesagt zum besten Zeitpunkt, am Freitag um 16 Uhr, laden wir zum Diskussionspanel in den kleinen Saal ein. Es geht um Webvideos, YouTube, Erfolg, neue Qualitäten und den Blick in ein Paralleluniversum. Als Gäste auf dem Podium: Netbook-Nerd und YouTube-Großverdiener Sascha Pallenberg, Journalist und Talk-Show-Profi Christoph Krachten von "Clixoom" sowie Animations-Spezi und Webvideopreis-Gewinner Alex Lehmann.

Next

Im Mai (17. und 18.) hält der Webvideobus dann erneut in Berlin, und zwar bei der Next Conference, einer der Leitkonferenzen für die digitale Wirtschaft. Was wir dort genau machen, wird noch nicht verraten.

C'n'B

Last but not least bleibt das Thema "Webvideo" auch im Sommer heiß. Dank unserer Kooperation mit der C'n'B (Creativity & Business Convention), dem internationalen Branchentreffen für kreative Digitale, werden wir die besten deutschen Webvideos im Juni (22. bis 24.) einem größeren Publikum näher bringen können.

c/o pop

Und wer Freude an großartiger Musik hat: "City Light Thief", die Gewinner des c/o-Pop-Sonderpreises bei den Webvideotagen werden im Rahmen des grandiosen Musikfestivals c/o pop in Köln eine eigene Bühne und echtes jubelndes Publikum bekommen. Details noch rechtzeitig an diversen digitalen Verlautbarungsstellen.

Große Bilder ohne Seele

Kaum ein ambitionierter Filmemacher verzichtet heutzutage auf diesen vielgehypten Filmlook, diese brutalst mögliche Schärfentiefe, die Video-DSLRs und neue Profikameras liefern. 35mm für Jedermann, die Edeloptik wird zur Fließbandware. Dokumentatorische Beiträge verlieren dagegen ihre Seele.

Der Kameramann Hans Albrecht Lusznat hat die Misere auf den Punkt gebracht:

Den Dokumentarfilm auf Kino-Look zu trimmen, das ist lediglich der Versuch, mit polierter Oberfläche das Publikum einzufangen — dokumentarischer und in der Substanz besser, wird der Film dadurch nicht. Im Gegenteil: Er entrückt dadurch nicht nur visuell in Richtung Unterhaltungsindustrie.

Ich selbst nutze besagte Video-DSLRs seit nunmehr zwei Jahren fast ausschließlich. Es ist eben dieser Gadgetwahn, diese unentdeckte Land, das den großen Reiz ausmacht. Doch nach zwei Jahren Hollywood-Look frage ich mich: Sind die Beiträge besser geworden?

Lassen wir für fünf Minuten außer Acht, dass wir alle diese filmische Optik lieben. Wir Filmemacher sind mit Hollywood sozialisiert worden, wir streben - auch unbewusst - nach dem Walk of Fame. Doch wenn die Technik den Inhalt bestimmt, sollten Journalisten aufhorchen.

Für den dokumentatorischen Einsatz sind die 35mm-Lookies nicht geeignet. Zu sperrig im Handling, zu unnatürlich das Ergebnis, zu zerstörend der notwendige Drehaufwand. Gestellte Situationen profitieren von der Politur, ein Abbild der Realität stellen sie nur bedingt dar. Die Wirklichkeit ist halt kein Abziehbild in Bonbonfarben und träumerisch verschwommenen Hintergründen.

Ich vermisse die Ehrlichkeit in den Bildern. Die Zeiten, als eine Kamera noch gut genug sein durfte. Als das "Dabei-Gefühl" wichtiger als die Schärfentiefe war. Wir haben die Authentizität gegen den billigen Hochglanz eingetauscht.

Einer meiner Lieblingsfilme ist "Primary" des US-Amerikaners Robert Drew, ein Wegbereiter des Direct Cinema (für Andersgläubige: cinéma vérité). Ein starkes Stück Dokumentation über den Wahlkampf zwischen John F. Kennedy und Hubert Humphrey. (zu kaufen als US-Import auf DVD)

Dieser Film, wie viele andere Dokus in den 1960ern, revolutionierte das journalistische Arbeiten mit Bewegtbild. 50 Jahre später scheinen wir diese Tugenden und handwerklichen Kniffe verdrängen zu wollen. Dabei erlebt das Direct Cinema durch Webvideo eine ungeahnte Renaissance. Nicht mehr die Technik steht im Vordergrund, sondern die Unmittelbarkeit des Augenblicks. Mit Fehlern und unverfälschten Bildern.

Vielleicht sollten wir häufiger einen Schritt zurückweichen, die Technik nur als notwendige Übel wahrnehmen und statt Bildern mehr Seele sprechen lassen.

(Danke an @vivalamovie für den Link)

Warum hier so wenig los ist

Stillstand ist nie gut. Zum Glück betrifft das derzeit nur diese Seite. Ich finde einfach keine Zeit, mich länger textlich hier mit einem Thema zu beschäftigen. Dabei liegen mittlerweile gefühlte 20 Themen in der Pipeline und warten auf Betextung. Bevor da aber nur magerer Quark rauskommt, bleibt es an dieser Stelle etwas ruhiger. I'll be back. Soon.

Anonymous: Open Letter To The World

Dividedbyzero

We stand at a unique time in our history, the rise of the internet and computer technology have contributed to an unparalleled rate of prosperity for the First World.

We have created for ourselves and empire unlike any other, a global network of constant trade and communication, a new age of technological advancement. We have come a long way from our humble roots in the Industrial Revolution and the days of Manifest Destiny. We are now pioneers on new digital frontiers expanding our domain from the quantum world to the far reaches of space.

And yet, the empire faces a crisis, a global recession, growing poverty, rampant violence, corruption in politics, and threats to personal freedom. As it was before in other times of crisis, the old stories have begun to repeat themselves. The half truths, this time repeated nightly on cable news and echoed through a series of tubes onto the internet: the empire is strong, change is unwise, business as usual is the answer. In times of uncertainty there are those who seek to add to the confusion, to prey on our insecurities and fears. Those who would seek to keep us divided for their own gain. The pervasive strategy takes many very convincing forms: Liberals and Conservatives, Christians and Muslims, Black and White, Saved and sinner.

But something unexpected is happening. We have begun telling each other our own stories. Sharing our lives, our hopes, our dreams, our demons. Every second, day in day out, into all hours of the night the gritty details of life on this earth are streaming around the world. As we see the lives of others played out in our living rooms we are beginning to understand the consequences of our actions and the error of the old ways. We are questioning the old assumptions that we are made to consume not to create, that the world was made for our taking, that wars are inevitable, that poverty is unavoidable. As we learn more about our global community a fundamental truth has been rediscovered: We are not so different as we may seem. Every human has strengths, weaknesses, and deep emotions. We crave love, love laughter, fear being alone and dream for a better life.

You must create a better life.

You cannot sit on the couch watching television or playing video games, waiting for a revolution. You are the revolution. Every time you decide not to exercise your rights, every time you refuse to hear another view point, every time you ignore the world around you, every time you spend a dollar at a business that doesn’t pay a fair wage you are contributing to the oppression of the human body and the repression of the human mind. You have a choice, a choice to take the easy path, the familiar path, to walk willingly into your own submission. Or a choice get up, to go outside and talk to your neighbor, to come together in new forums to create lasting, meaningful change for the human race.

This is our challenge:

A peaceful revolution, a revolution of ideas, a revolution of creation. The twenty-first century enlightenment. A global movement to create a new age of tolerance and understanding, empathy and respect. An age of unfettered technological development. An age of sharing ideas and cooperation. An age of artistic and personal expression. We can choose to use new technology for radical positive change or let it be used against us. We can choose to keep the internet free, keep channels of communication open and dig new tunnels into those places where information is still guarded. Or we can let it all close in around us. As we move in to new digital worlds, we must acknowledge the need for honest information and free expression. We must fight to keep the internet open as a marketplace of ideas where all are seated as equals. We must defend our freedoms from those who would seek to control us. We must fight for those who do not yet have a voice. Keep telling your story. All must be heard.

(via Presstorm)

Nach dem Preis ist vor dem Preis. Oder?

Leider fehlt mir die Zeit, länger als 1195 Zeichen über die Webvideotage zu bloggen. Deshalb halte ich mich kurz: Vielen Dank allen Mitwirkenden (hier jetzt bitte Abspann erdenken). Die Umsetzung des Paketes Videocamp plus Webvideopreis gleich Webvideotage hat uns vor allem eines gezeigt: Das Interesse am Thema Webvideo ist so groß wie noch nie. Mehr als 130 Besucher beim Videocamp an beiden Tagen, 300 Gäste beim Webvideopreis - wir sind glücklich, ermattet und auch noch ein ganze Weile sehr selbstkritisch.

Denn: So rund manche Dinge aussahen, so verbesserungswürdig sind sie - im Nachhinein betrachtet. Bei den Kategorien ist sicherlich noch Spiel möglich, ebenso kann das Vorschlagssystem einen Relaunch vertragen. Der Abend lief zwar wie am Schnürchen, sieben Tage fast ohne Schlaf müssen Stefan und ich aber zunächst nicht mehr haben.

Was wir jetzt machen: Wir prüfen, inwieweit sich 2012 eine nächste Auflage realisieren lässt. Dann mit mehr Vorlaufzeit als zehn Wochen. Das Thema Webvideo werden wir in den nächsten Monaten auf verschiedenen Veranstaltungen und Konferenzen weiter in der Öffentlichkeit halten. Wer uns übrigens dabei unterstützen möchte, darf sich gern bei uns melden.

(Mehr Worte hier)

Deutsches Hulu vor dem Aus

Bereits 2010 wollte ein Joint-Venture aus ProSiebenSat.1 und RTL eine Kopie des US-Vorbildes "Hulu" in Deutschland starten. Die feuchten Syndizierungsträume der Privatsender sind seit gestern geplatzt: Das Bundeskartellamt hat in seiner Stellungnahme das Vorhaben vor die rote Ampel gestellt. Für die privaten Fernsehsender ist die Entscheidung ein Schlag ins Gemächt, für Webvideomacher eine Chance.

Das US-Videoportal "Hulu" steht mittlerweile in den Vereinigten Staaten auf Platz Zwei, lediglich Platzhirsch YouTube hat, dafür deutlich mehr Abrufe. Hulu bietet Fernsehsendern eine gemeinsame Plattform, um Serien, Shows und Filme den Zuschauern im Netz dauerhaft verfügbar zu machen. Gleichzeitig fließt Geld in die Kassen der Urheber: Entweder durch Werbung oder durch ein monatliches Abo-Modell auf Hulu. Hulu soll zudem als Bollwerk gegen Raubkopierer dienen: Die Sender streichen lieber kleine Werbeeinnahmen mit den Serien im Internet ein, als das Feld z.B. den unkontrollierbaren Tauschbörsen zu überlassen.

Ein Eldoradro also für Serien-Junkies? Nur in den USA. Außerhalb der Landesgrenzen bleibt der Monitor für Interessierte dunkel. Lediglich mittels technischer Hilfsmittel (und Zusatzkosten) wie speziellen VPN-Zugängen ist der Zugriff für Deutsche auf Hulu möglich. Genau an dieser Stelle wollten die deutschen Privatsender ansetzen: Ein zentrales Video-on-Demand-Portal mit originären und US-lizenzierten Inhalten. Nutzbar übrigens für alle interessierten deutschen TV-Anstalten, auch die Öffentlich-Rechtlichen. Derzeit kocht jeder Sender sein eigenes Süppchen und bietet die Inhalte auf unterschiedlichen Portalen an.

Marcus Prosch, Leiter Kommunikation Diversifikation bei der ProSiebenSat1 Media AG, sieht die wegschwimmenden Felle noch in Griffweite. "Wir haben die Stellungnahme erhalten und prüfen jetzt weitere Schritte", beschreibt er das weitere Vorgehen. Aufgeben wolle man nicht.

Dabei krankt das deutsche Hulu-Konstrukt noch immer an konzeptionellen Schwächen. Ähnlich den Mediatheken öffentlich-rechtlicher Sender sollen die Inhalte nur sieben Tage nach Versendung verfügbar sein. Ein gravierender Unterschied zum US-Pendant, wo sich vor allem TV-Klassiker großer Beliebtheit erfreuen.

Prosch verweist auf die große Bandbreite der Inhalte: "Sämtlicher Content der Sender wäre verfügbar, das bezieht sich auch auf die US-lizenzierten Sendungen". Ein grundlegendes Problem lässt sich damit nicht lösen: Aufgrund der deutlich späteren deutschen Ausstrahlung US-amerikanischer Serien und damit auch deutscher Quotenbringer, herrscht im Netz weiterhin ein florierender Bewegtbildtausch. Nur wenige Stunden nach der Originalausstrahlung finden sich deutsch untertitelte Fassungen im Internet. Konkurrenz besteht auch durch anderen Anbieter wie Apples iTunes-Store, in dem einzelne Folgen und ganze Staffeln auch im Originalton käuflich zu erwerben sind.

Die Webvideo-Gemeinde hingegen darf aufatmen: Durch die aktuelle Einschätzung des Bundeskartellamtes wird unabhängigen Bewegtbildproduzenten auf YouTube, Sevenload und Co. der Rücken gestärkt. Ohne die Finanzkraft und Marketing-Reichweite der Sender ausgestattet, haben sie es ohnehin schwer genug, aus dem Schatten der syndizierten TV-Inhalte hervorzutreten. Nicht zuletzt, weil der ins Netz gespeiste Fernsehcontent seine Refinanzierungsrunde bereits durchlaufen hat. Anders bei Web-only-Produktionen, deren ausschließlicher Erfolg im Netz für das Weiterbestehen entscheidend ist. Die Erlaubnis einer zentralen Content-"Müllhalde" hätte dem sich wandelnden Bewegtbildmarkt einen herben Rückschlag verpasst.

Für Webvideomacher bietet sich nun erst Recht die Chance, mit voller Kraft in den Markt vorzudringen und gleichberechtigt in Konkurrenz zu den etablierten TV-Sendern zu gehen.

Podcast: Die Kultur von Webvideos

Neulich saß ich für ein paar Minuten mit Philip Banse zusammen und habe mich über das Kulturphänomen Webvideos ausgelassen. Das kleine Gespräch von knapp 2 Stunden Länge gibt's im Original beim medienradio oder zwei Zeilen tiefer hier zum Lauschen.

Last call for Videos - macht mit beim Deutschen Webvideopreis

Die Reportage im Lokalen, das Musikvideo der bis dato unbekannten Nachwuchsband, die pfiffige Animation, der provokante Werbespot - noch bis zum 1. Februar 2011 (8 Uhr) habt ihr die Möglichkeit, Webvideos für den diesjährigen Webvideopreis vorzuschlagen. Kramt in euren Redaktionsarchiven, durchsucht eure Vimeo-Favoriten nach Kandidaten, geht ratzfatz selbst auf die Straße und filmt. Beachten müsst ihr nur Folgendes:

 

  1. Die Videos müssen explizit fürs Netz sein. Also keine Zweitverwertungen aus dem Fernsehen oder zuerst auf DVD veröffentlichte Werke.
  2. Die Videos dürfen nicht älter als exakt 2 Jahre sein. Das heißt: 1. Februar 2009, 7.59 Uhr.
  3. Die Videos müssen für ein deutsches Publikum erstellt worden sein. Wessen Video auf deutsch ist, hat diese Hürde bereits geschafft.
  4. Die Videos müssen jugendfrei sein. Splattermovies, Counterstrike-Orgien und Pornoversuche bleiben bitte dort, wo sie herkommen.
  5. Es dürfen keine Rechte Dritter verletzt sein. Keine geklaute Musik, Ausschnitte aus geschützten Blockbustern und Fotos, die mal eben so von Flickr kommen.

Das letzte Wort, ob ein Video gegen diese Kriterien verstößt, hat übrigens die Jury.

Es gibt acht Kategorien, in denen jeweils ein Jury- und ein Publikumspreis verliehen werden. Wir haben versucht, mit diesen Kategorien die wichtigsten Webvideosparten Deutschlands abzudecken. Keine Sorge, falls ihr euch bei der Zuordnung unsicher seid. Die finale Entscheidung, welches Video in welche Rubrik gehört, übernimmt die Jury.

Und jetzt: Mitmachen!

 

Gegen das Vergessen - unser Leben in einem Tag

Menschen. Es geht nur um Menschen. Am Ende des Films sitzt ein junges Mädchen am Steuer ihres Wagens. 24 Stunden hat sie auf ihre Geschichte gewartet. Sie möchte nicht vergessen werden. Nicht in der Bedeutungslosigkeit versinken. Deswegen, trotz Tränen in den Augen, lässt sie die Videokamera laufen.

Ihr taten es tausende Menschen gleich. Am 24. Juli 2010 dokumentierten sie ihr Leben. Und gaben ihre Videofragmente an YouTube weiter. Daraus strickte Regisseur und Oscar-Gewinner Kevin Macdonald einen der beeindruckendsten Dokumentarfilme der letzten Jahre.

"Das Leben in einem Tag" komprimiert tausende Geschichten aus 4500 rohen Stunden der Weltbevölkerung auf 94 Minuten Film. Clip für Clip reist der Zuschauer von Kontinent zu Kontinent, von Mensch zu Mensch. Die durch YouTube propagierte Clipkultur feiert in diesem Film ihren gesellschaftlichen Höhepunkt. Vermeintliche Belanglosigkeit wird hier zum Besonderen erhoben. Die erste Rasur. Der Alltag eines Kindes als Schuhputzer. Lichtblicke wie der kitschige Heiratsantrag, Schattenseiten wie die Duisburger Loveparade. Sie stehen Seite an Seite, werden Clip für Clip im Tagesrhythmus abgespult.

Niemals aufgeregt oder mit Effekthascherei belegt, versprüht der Film eben jenen Funken Hoffnung, der uns auch in schlechten Zeiten dem nächsten Tag entgegenfiebern lässt. Irgendwann im Film berichtet ein Familienvater von seiner verlorenen Angst vor der Krebserkankung seiner Frau. Er lächelt. Ein ehrliches Lächeln. Es wird für seine Familie ein Morgen geben. Zumindest den nächsten Morgen. Und diese Tatsache ist es wert, umarmt zu werden.

"Das Leben in einem Tag" treibt die Qualitäten eines Dokumentarfilmes in neue Höhen. Lebensausschnitte, die ohne Skript auskommen. Die Geschichten ohne Drehbuch erzählen. Dabei haben sie nichts weiter gemein, als am selben Tag erlebt worden zu sein.

Mehr als alles andere ist der Film ein Spiegelbild der sich wandelnden Gesellschaft. Er atmet die Geisteshaltung der vernetzten Menschheit. Er sprüht vor Leben. Vor ungeschminktem Leben. Das Mädchen in der Schlusseinstellung des Films möchte nicht vergessen werden. 24 Stunden hat sie auf ihre Geschichte gewartet. Und plötzlich ist es eben dies, was sie unsterblich macht. Den Eindruck von Belanglosigkeit nimmt jeder Mensch anders wahr. Jeder einzelne Mensch.

Posterous theme by Cory Watilo